Was ist Profitable Value?

Klassische Value-Ansätze haben in der jüngeren Vergangenheit seit der Finanzkrise 2009 eine Underperformance ausgewiesen. Die Gründe dafür liegen in den Schwächen bei der Konstruktion der traditionell verwendeten Faktoren KBV und KGV und der daraus resultierenden unvorteilhaften Länder- und Sektorengewichtungen.

Konkret heißt das: Eine Value-Strategie, die hauptsächlich Kriterien wie KBV und KGV berücksichtigt, gewichtet automatisch strukturschwache Sektoren wie Finanz- oder Energiewerte über und vernachlässigt innovative Unternehmen aus Wachstumsbranchen wie IT, Gesundheit oder Kommunikation. Denn Unternehmen kapitalintensiver Branchen, insbesondere Industriegesellschaften, investieren verstärkt in materielle Vermögen wie Fabriken und Maschinen, die in der Bilanz aktiviert und über viele Jahre abgeschrieben werden. Dies führt zu hohen Buchwerten – und wegen der über viele Jahre gestreckten Abschreibungen zu entsprechend hohe buchhalterischen Gewinnen. IT-, Kommunikations- oder Gesundheitsunternehmen hingegen investieren überwiegend in immaterielle Vermögensgüter wie Software, Lizenzen oder Patente, die sie noch im selben Jahr vollständig abschreiben müssen. Die Bilanz bleibt entsprechend schmal und der Gewinn niedrig: Das spiegelt sich in hohen Kurs-Buchwerten und hohen Kurs-Gewinn-Verhältnissen wider. Die Folge: Die meisten der in den vergangenen Jahren so erfolgreichen und innovativen Unternehmen fielen durch das klassische Value-Raster.

StarCapital hat im Rahmen einer umfangreichen Studie herausgefunden, welche Faktoren besser geeignet sind, eine stetige Outperformance zu generieren und gleichzeitig den Länder- und Sektoren-Bias zu eliminieren. In einem umfangreichen Backtest erwies sich die Kombination aus Gross Margin und EV/EBITDA – also die Verbindung von Profitabilität und Bewertung – unter Rendite- und Risikogesichtspunkten als vorteilhaft. Zusammen mit Kriterien, die der Investierbarkeit dienen, wurde die Profitable Value-Strategie entwickelt.

Diese lieferte im Backtest eine durchschnittliche Jahresperformance von 12,7 % und konnte eine Outperformance von 3,3 % p.a. zur Benchmark erzielen. Im Gegensatz zu klassischen Value-Ansätzen zehrte die Rendite dabei nicht nur von der Value-starken Periode, sondern erwies sich auch im Zeitverlauf als robust. Insbesondere in Krisensituationen bewährte sich die Strategie. Dies schlug sich in geringeren Risikokennzahlen nieder.