Aktienmarktpotenzial

Weltweit besteht ein starker Zusammenhang zwischen dem zyklisch adjustierten Shiller-CAPE und langfristigen Aktienmarktrenditen. In unserer Studie "Langfristige Aktienmarktprognose: Das Shiller-CAPE auf dem Prüfstand [2016]" konnten wir den gleichen Zusammenhang für das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) in 17 Ländern für den Zeitraum von 1979-2015 nachweisen. Welche Aktienmarktrenditen Anleger in den nächsten 10-15 Jahren auf Basis der aktuellen Bewertung erwarten können, stellt die folgende Tabelle für eine Auswahl von Ländern dar. Die Renditeschätzungen basieren auf dem CAPE und dem KBV.

Welche Renditen können Anleger langfristig erwarten ()?

Die Tabelle stellt die Bewertungen ausgewählter Länder und Regionen sowie die sich daraus ergebende Schätzung für die realen Aktienmarktrenditen für die kommenden 10–15 Jahre in lokaler Währung und inkl. Dividenden dar. Die zu Grunde liegenden Regressionsfunktionen basieren auf der Studie "Langfristige Aktienmarktprognose: Das Shiller-CAPE auf dem Prüfstand" (vgl. Abbildung 17). "Ø Prognose" entspricht dem Mittelwert aus CAPE- und KBV-Prognose. Datenquellen: StarCapital.

Neben einer Renditeschätzung auf Basis von Regressionsfunktionen erscheint es ebenso interessant zu untersuchen, welche tatsächlichen Wertzuwächse in der Vergangenheit auf Marktphasen folgten, die eine zu heute vergleichbare Bewertung aufwiesen. Hierzu wird jeder Aktienmarkt in Abhängigkeit von seinen aktuellen Bewertungen einem vergleichbaren CAPE- und KBV-Intervall zugeordnet und die historische Renditeverteilung der jeweils folgenden 15 Jahre im maximal zu Verfügung stehenden Datensample (S&P 500 von 1881-2015 sowie 17 Länderindices von 1979-2015) ermittelt:

WELCHE RENDITEVERTEILUNG FOLGTE AUF VERGLEICHBARE BEWERTUNGEN ÜBER 15 JAHRE?

Die Tabelle stellt die auf vergleichbare Marktbewertungen folgende reale Rendite über 15 Jahre in lokaler Währung inkl. Dividenden in Abhängigkeit vom aktuellen CAPE bzw. KBV dar. Hierbei wurden sowohl der S&P 500 im Zeitraum von 1881-2015 sowie 16 Länderindices von 1979-2015 berücksichtigt. Dividenden. Details zur Methodik können der Studie "Langfristige Aktienmarktprognose: Das Shiller-CAPE auf dem Prüfstand" (Abbildung 18) entnommen werden. Datenquellen: StarCapital per .

Diese Daten geben eine grobe Indikation, mit welchen langfristigen Aktienmarktrenditen Anleger in den nächsten 15 Jahren rechnen können. Wenngleich hohe Bewertungen ein unterdurchschnittliches Renditepotential aufzeigen und umgekehrt, verläuft der Abbau von Über- und Unterbewertungen jedoch nicht konstant über 15 Jahre. Je nach Marktumfeld können auf ähnliche Bewertungsniveaus kurz- bis mittelfristig stark unterschiedliche Aktienmarktverläufe folgen.

Um mögliche Szenarien aufzuzeigen wird an zwei Beispielen exemplarisch dargestellt, welchen Verlauf Aktienmärkte in den letzten 130 Jahren bei einer zu heute vergleichbaren CAPE- und KBV-Bewertung über die jeweils folgenden 1 bis 15 Jahre nahmen. Diese Szenarioanalysen geben einen Einblick mit welchen Chancen und Risiken Aktieninvestoren langfristig rechnen sollten. Beispiel Deutschland:

Langfristiges Kurspotential deutscher Aktien

Dax Szenario - StarCapital - Keimling - Imkeller - Heil
Abbildung 1: Abgebildet sind die durchschnittlichen Folgerenditen über 1 bis 15 Jahre, welche weltweit in den letzten 130 Jahren auf vergleichbare CAPE und KBV-Bewertungen folgten - die Szenario-Analyse basiert auf der Bewertung vom November 2018. Es wurde eine Inflation von 2% sowie eine Wiederanlage von Dividenden unterstellt. Details zur Methodik können der Studie "Langfristige Aktienmarktprognose: Das Shiller-CAPE auf dem Prüfstand" (Abbildung 19) entnommen werden. Quelle: StarCapital

Zum 30.11.2018 wurde der deutsche Aktienmarkt mit einem CAPE von 17,6 und einem KBV von 1,6 bewertet. Im Mittel folgten auf vergleichbare Bewertungen über die folgenden 15 Jahre reale Wertzuwächse von jährlich knapp 7%, was bei einer unterstellten Inflation von 2% einem DAX-Stand von ca. 40.000 Punkten im Dezember 2033 entsprechen würde.

Der Szenario-Korridor gibt jedoch auch über mittelfristige Chancen und Risiken Auskunft. Entfernt man Ausreißer (die obersten und untersten 10% aller Beobachtungsperioden) wird deutlich, dass der DAX in den nächsten drei Jahren mit einer 50% Wahrscheinlichkeit zwischen 13.000 und 19.000 Punkten notieren und mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% nicht unter 10.000 Punkte fallen wird. Das Potential nach oben ist damit deutlich größer als nach unten. Historisch entspräche ein DAX-Verlauf in dem hellgrau markierten Bereich der wahrscheinlichsten Entwicklung. Nur in 10% aller Untersuchungsperioden wurden niedrigere Renditen beobachtet.

Langfristiges Kurspotential US-amerikanischer Aktien

SP 500 Szenario - StarCapital - Keimling - Imkeller
Abbildung 2: Abgebildet sind die durchschnittlichen Folgerenditen über 1 bis 15 Jahre, welche weltweit in den letzten 130 Jahren auf vergleichbare CAPE und KBV-Bewertungen folgten - die Szenario-Analyse basiert auf der Bewertung von Dezember 2017. Es wurde eine Inflation von 1% sowie eine Wiederanlage von Dividenden unterstellt. Details zur Methodik können der Studie "Langfristige Aktienmarktprognose: Das Shiller-CAPE auf dem Prüfstand" (Abbildung 19) entnommen werden. Quelle: StarCapital

Der amerikanische Aktienmarkt wurde im Dezember 2017 mit einem CAPE von 30,5 und einem KBV von 3,3 bewertet. Im Mittel folgten auf vergleichbare Bewertungen über die folgenden 15 Jahre in den letzten 130 Jahren reale Wertzuwächse von 2,4% p.a., bei einer wahrscheinlichen Bandbreite von 0,6% bis 3,7%. Unterstellt man eine Inflation von 1% sowie eine Wiederanlage der Ausschüttungen, sollte der S&P 500 (Performanceindex) im Jahr 2032 mit hoher Wahrscheinlichkeit zwischen 3.400 und 5.300 Punkten notieren.

Auf die höhere Bewertung folgten im Vergleich zum deutschen Aktienmarkt nicht nur langfristig deutlich geringere Wertzuwächse, auch der Aktienmarktverlauf wies in der Regel eine deutlich höhere Volatilität auf. Auf Sicht von drei Jahren erscheint bei einer Ausreißerbereinigung von 20% ein S&P 500 Stand von 1.700 bis 4.900 Punkten realistisch. Die Wahrscheinlichkeit einer volatilen Seitwärtsbewegung fällt jedoch ungleich höher aus als im attraktiveren deutschen Aktienmarkt.

StarCapital - Norbert Keimling

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Norbert Keimling
Leiter Kapitalmarktforschung
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