Research Update

Wir haben die Research-Inhalte unserer Internetseite mit den Daten vom 31. Dezember 2019 aktualisiert. Die interessantesten Punkte sind unten zusammengefasst.

Grafik im Fokus


DAX-Entwicklung und Vorhersagen im kritischen Rückblick

  • Brexit, Handelskrieg und globale Konjunkturabkühlung belasteten die Aktienmärkte Ende 2018. Mit entsprechend verhaltenen Erwartungen starteten viele Anleger in das Börsenjahr 2019. Wer hätte gedacht, dass der DAX im Jahresverlauf letztendlich 25,5% zulegt und 2019 das 14.-beste deutsche Aktienjahr der letzten 50 Jahre wird?
  • Die Kurssteigerungen kamen - wie üblich - überraschend. Ende 2018 prognostizierten die renommiertesten Finanzinstitute im Mittel einen DAX-Stand von 12.053 Punkten für Ende 2019. Mit einem DAX-Schlussstand von 13.249 Punkten verschätzten sich die Experten damit um knapp 1.200 Punkte oder 16%, ein historisch durchaus üblicher Schätzfehler.
  • Seit 2000 lagen DAX-Schätzungen für die jeweils kommenden 12 Monate im Mittel um 18% daneben, größere Korrekturen wurden von den stets positiven Prognosen in keinem Jahr vorhergesagt.
  • Interessant: Investoren die seit 2000 jedes Jahr einen Wertzuwachs im DAX von konstant 7-19% prognostiziert hätten, hätten den DAX genauso gut vorhergesagt, wie die aufwändig erstellten Expertenschätzungen.
  • Für das durchschnittliche DAX-Kursziel führender Institute für 2020 von 13.999 Punkten gilt daher: wenn der DAX 2.500 Punkte höher oder tiefer schließt, sollten Anleger nicht überrascht sein. Die Hälfte aller Schätzungen lag historisch noch weiter daneben...


 

Langfristiger Aktienmarktausblick für die nächsten 15 Jahre

  • Wenngleich die Aktienmärkte kurzfristig kaum prognostizierbar sind, besteht langfristig ein starker Zusammenhang zwischen der Aktienmarktbewertung und seiner langfristigen Wertentwicklung.
  • Anleger, die bspw. immer dann in deutsche Aktien investierten, wenn das Shiller-CAPE unter 10 notierte, erzielten in den folgenden 15 Jahren im Durchschnitt jährliche Wertzuwächse von über 10%. Anleger die teuer mit einem Shiller-CAPE von über 30 in die Märkte einstiegen, konnten ihr Kapital in den nächsten 15 Jahren gerade einmal erhalten (0,7%):
  • In den letzten 130 Jahren folgten auf CAPE- und KBV-Bewertungen, wie wir sie heute im DAX sehen, langfristig im Durchschnitt jährliche (inflationsbereinigte) Renditen von über 6%. In der Mehrzahl der historischen Beobachtungsperioden wurden Wertzuwächse von 4-9% erzielt. Berücksichtigt man Inflation, erscheint damit ein DAX von 32.000-60.000 Punkten in 15 Jahren am wahrscheinlichsten.
  • Auch mittelfristig lassen sich Chancen und Risiken auf Basis der Analyse abschätzen: Auf Sicht von drei Jahren sollte der DAX mit 50% Wahrscheinlichkeit zwischen 14.600 und 21.500 Punkten notieren und mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% nicht unter 11.800 Punkte fallen. Das Potential nach oben ist damit deutlich größer als nach unten:
  • Interessant erscheint auch die Worst-Case-Betrachtung. Diese stellt die schlechtmöglichste Wertentwicklung dar, die auf eine mit heute vergleichbare Bewertung seit 1871 folgte, also inkl. der beiden Weltkriege und der schweren Depression von 1929. Selbst bei Eintritt solcher Szenarien sollte der DAX in 15 Jahren in etwa das aktuelle Niveau halten.
  • Chart mit zusätzlichen Details zur Methodik

  • Wir errechneten erstmals Anfang 2014 einen solchen Szenario-Korridor, den wir seitdem zur Plausibilisierung des Modells heranziehen. Dieser ist im Folgenden dargestellt, wobei lediglich die aktuelle DAX-Entwicklung ergänzt wurde. Es wird deutlich, dass sich der DAX bislang in den damals erwarteten Bandbreiten bewegt und die langfristig wahrscheinlichen Kursentwicklungen den damaligen Prognosen noch immer stark ähneln.
  • Der deutlich höher bewertete US-Markt zeigt dagegen großes Enttäuschungspotential – sollten die historischen Erfahrungswerte auch in Zukunft fortbestehen, wären Kursrückgänge auf Sicht von 2-6 Jahren sowie eine längerfristige Stagnation unter hohen Volatilitäten wahrscheinlich:
  • Details zur Methodik siehe Studie Langfristige Aktienmarktprognose (2016)


 

Aktienmarktbewertung

Wir analysieren monatlich die Bewertungsniveaus verschiedener Länder und Regionen. Basis bildet ein internationales Aktienuniversum aus ca. 6.500 Unternehmen.

  • Regionen-Ranking nach Shiller-CAPE: Emerging Markets und Europa vorn, USA abgeschlagen:
    • Osteuropa: 9,9
    • BRIC: 15,5
    • Emerging Markets: 15,8
    • Asien (EM): 16,3
    • Deutschland: 18,9
    • Europa (DM): 19,5
    • Amerika (EM): 20,7
    • Welt: 24,2
    • Entwickelte Märkte: 25,7
    • USA: 31,1

  • Ranking der günstigsten Länder nach:
  • CAPE KBV KCV Div.Rendite
    Russland (7,8) Griechenland (0,9) Russland (4,8) Russland (6,6%)
    Türkei (8,5) Russland (1,0) Ungarn (5,0) Tschechien (5,8%)
    Tschechien (10,2) Südkorea (1,0) Türkei (5,3) Portugal (4,5%)

Interaktive Karte: Aktienmarktbewertungen
 

Renditeerwartungen

  • Welche Aktienmarktrenditen können Anleger langfristig auf Basis der fundamentalen Bewertung erwarten (real):
    • Weltaktienmarkt: 5,6% p.a.
    • Europa: 6,9% p.a.
    • Deutschland: 7,4% p.a.
    • USA: 3,0% p.a.
    • Emerging Markets: 7,8% p.a.

  • Etablierte Länder mit höchsten Renditeerwartungen: Südkorea (10,5%), Singapur (9,5%), Österreich (8,9%)
  • Etablierte Länder mit niedrigsten Renditeerwartungen: USA (3,0%), Dänemark (3,2%), Irland (3,8%)
Details: Aktienmarktpotential
 

  • Welche Aktienmarktrenditen können Anleger Basis der fundamentalen Bewertung über langfristige Zeiträume von über 10 Jahren erwarten (real):
    • Weltaktienmarkt: 5,3% p.a.
    • Europa: 6,5% p.a.
    • USA: 2,7% p.a.
    • Emerging Markets: 7,5% p.a.

  • Etablierte Länder mit höchsten Renditeerwartungen: Südkorea (10,3%), Singapur (9,8%), Österreich (8,7%)
  • Etablierte Länder mit niedrigsten Renditeerwartungen: Dänemark (2,6%), USA (2,7%), Irland (3,1%)

Details: Aktienmarktpotential
 

Value-Zyklus

Auf Basis des Fama und French HML-Faktors (High Minus Low) berechnen wir die Value-Prämien für die wichtigsten Regionen.

  • Längste Value-Dürre in Aktienmarktgeschichte: Value-Aktien enttäuschen seit Jahren im Vergleich zu Wachstumsaktien. Dies gilt nicht nur für den US-Markt, sondern für alle großen Regionen.
  • Details und Hintergründe haben wir für Sie ins unserer Studie Das vermeintliche Ende der Value-Prämie aufbereitet.
  • Die Value-Prämien der letzten 5 Jahre in den wichtigsten Regionen noch immer tief negativ:
    • Global: -4,3% p.a.
    • USA: -4,1% p.a.
    • Europa: -3,8% p.a.
    • Japan: -3,4% p.a.

Interaktiv: Value-Zyklus

StarCapital - Norbert Keimling

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Norbert Keimling
Leiter Kapitalmarktforschung
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