Research Update

Wir haben die Research-Inhalte unserer Internetseite mit den Daten vom 28. September 2018 aktualisiert. Die interessantesten Punkte sind unten zusammengefasst.

Grafik im Fokus

Gefahren des Market-Timings

  • In den letzten 100 Jahren verdienten Anleger in Staatsanleihen, Gold und Immobilien pro Jahr real lediglich 1-2%. Staatsanleihen fielen z.T. über 50 Jahre oder wurden nicht zurückgezahlt, Grundbesitz wurde in Krisenzeiten massiv besteuert und der Edelmetallbesitz sanktioniert. Aktien mögen kurzfristig stark schwanken, sie legten inflationsbereinigt auf lange Sicht im Mittel jedoch um 7% p.a. zu und spätestens nach 20 Jahren wurden Wertzuwächse erzielt. Langfristig sind Aktien deshalb nicht nur die renditestärkste, sondern auch die risikoärmste Anlage überhaupt.
  • Trotz einschneidender Finanzkrisen gilt dies auch für das letzte Jahrzehnt: so konnten Aktien von 2007-2017 Gold, Anleihen und Bargeld um 59%, 65% bzw. 102% übertreffen (USA).
  • Gleichwohl investierten bspw. deutsche Lebensversicherungen trotz des Niedrigzinsumfeldes und hoher Kurszuwächse in den letzten Jahren seit Langem lediglich 3-5% in Aktien. Sie erwiesen sich darüber hinaus als schlechte Market-Timer: die höchsten Aktienquoten wurden im Jahr 2000 – kurz vor dem Platzen der New-Economy-Blase gehalten. Ungünstige Verkäufe auf niedrigen Niveaus führten dazu, dass die Portfolios noch immer unter den Verlusten aus zwei Börsenkorrekturen leiden, während der DAX die Verluste in beiden Fällen zügig aufholte und neue Höchststände erklomm.
  • Fazit: Nicht Börsenkorrekturen, sondern prozyklische Regulatorik und falsches Market Timing verursachen dauerhafte Vermögensschäden.

 

Aktienmarktbewertung

Wir analysieren monatlich die Bewertungsniveaus verschiedener Länder und Regionen. Basis bildet ein internationales Aktienuniversum aus ca. 6.500 Unternehmen.

  • Regionen-Ranking nach KBV: Emerging Markets und Japan attraktiv, Europa und Asien neutral, Nordamerika überteuert
    • Osteuropa: 1,0
    • Japan: 1,4
    • Emerging Markets: 1,7
    • Europa (DM): 1,8
    • Asien (EM): 1,9
    • Amerika (EM): 1,9
    • Welt: 2,1
    • Entwickelte Märkte: 2,2
    • USA: 3,4

  • Uneinheitliches Bild auf Länderebene ergibt Spielraum in beide Richtungen: 19 von 40 Ländern notieren unter ihrem Fair-Value, 21 darüber. Neben osteuropäischen Märkten bieten asiatische Märkte die größten Abschläge zum FairValue.
  • Ranking der günstigsten Länder nach:
  • CAPE KBV Dividendenrendite
    Russland (6,8) Griechenland (0,6) Tschechien (5,9%)
    Türkei (9,2) China (0,9) Russland (5,5%)
    Tschechien (10,2) Russland (0,9) Australien (4,3%)

  • Momentum neutral: 20 von 40 Märkten über ihrem 26-Wochen-Durchschnitt, 20 darunter. Verhältnis auf 52-Wochensicht: 21 zu 19.

Interaktive Karte: Aktienmarktbewertungen

Renditeerwartungen

Wir errechnen welche Aktienmarktrenditen Anleger in den nächsten 10-15 Jahren auf Basis der aktuellen Bewertung in den verschiedenen Regionen erwarten können. Die Renditeschätzungen basieren auf dem CAPE und dem KBV.

  • Welche Aktienmarktrenditen können Anleger langfristig auf Basis der fundamentalen Bewertung erwarten (real):
    • Weltaktienmarkt: 5,3% p.a.
    • USA: 2,7% p.a.
    • Europa: 6,7% p.a.
    • Emerging Markets: 7,6% p.a.

  • Länder mit höchsten Renditeerwartungen: Russland (12,7%), Türkei (10,9%), China (9,8%)
  • Länder mit niedrigsten Renditeerwartungen: USA (2,7%), Dänemark (2,9%), Irland (3,9%)

Details: Aktienmarktpotential

Value-Zyklus

Auf Basis des Fama und French HML-Faktors (High Minus Low) berechnen wir die Value-Prämien für die wichtigsten Regionen.

  • Die Value-Prämien der letzten 5 Jahre in den wichtigsten Regionen negativ:
    • Global: -3,1% p.a.
    • USA: -3,2% p.a.
    • Europa: -2,3% p.a.
    • Japan: -2,1% p.a.

Interaktiv: Value-Zyklus

StarCapital - Norbert Keimling

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Norbert Keimling
Leiter Kapitalmarktforschung
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